Miquel Barceló

Gran Elefandret

Paradeplatz
8001 Zürich
  • © Pierluigi Macor / Stadt Zürich KiöR («Neuer Norden Zürich»)

  • © Pierluigi Macor / Stadt Zürich KiöR («Neuer Norden Zürich»)

2008
Bronze mit weisser Patina 755 × 370 × 300 cm

Miquel Barceló (*1957, Felanitx, ESP) setzt sich bereits seit den frühen 1980er-Jahren mit Fragestellungen der Ökologie und Nachhaltigkeit auseinander. 1977 beteiligte sich der junge Barceló an der Besetzung der Insel Dragonera durch Naturschützer, um gegen die touristische Erschliessung zu protestieren und das einzigartige Habitat vor der Westküste Mallorcas zu erhalten. In seinen Werken spielen denn auch Motive aus der Natur eine prägende Rolle; Tiere und Landschaften werden zu archaischen Bildfindungen synthetisiert.
Oft prägen biografische Erlebnisse die Bildwelten des Künstlers, der aus der Unmittelbarkeit seiner Erfahrungswelt heraus agiert. Afrika sei Teil seiner Identität, sagt Barceló. Gran Elefandret, ein fast acht Meter hohes Kunstwerk, ist eine spektakuläre autobiografische Skulptur: «Wenn ein blinder Riese mit seiner kolossalen Hand diese Skulptur fühlen könnte, würde er sagen, es ist definitiv ein Bronzebaum. Aus der Ferne sehen wir eine Masse, eine Kugel auf einer Stange: einen Baum. In einer Landschaft oder einem Garten sieht es aus wie ein Baum in weisser Blüte – das Abbild des Elefanten wird erst wenige Augenblicke später erkannt. Zuerst ein weisser Baum, dann plötzlich ein Elefant. In diesem Moment geschieht etwas Aussergewöhnliches, etwas das Teil der Kindheit ist. Präverbal. So schnell wie ein Funke. Es ist nicht von Dauer. Es ist der Kontrast zwischen dieser Sinneswahrnehmung und dem Gewicht des metallischen Dickhäuters, der mich besonders erfreut. Gravity and Grace ist der Titel eines aussergewöhnlichen Buches von Simone Weil. Vielleicht ist es der Untertitel dieser Arbeit».

Courtesy of the artist and Tobias Mueller Modern Art Zurich (in partnership with Bruno Bischofberger)
Generous support by Leonhard Fischer & Thomas Bock