Raphael Hefti – Noemi Blattner

Jahr 2030:
Nachdem ich nach Amerika ausgewandert bin, war ich jahrelang nicht mehr in der Schweiz. Doch jetzt im Juli 2030 besuchte ich für eine längere Zeit meine Eltern. Als ich einen Spaziergang machte, um die Stadt Zürich wieder einmal zu erkunden, kam ich am Parkplatz vom Theater 11 vorbei. Da kamen bei mir viele alte Erinnerungen auf.

Alles hatte im Sommer 2005 begonnen. Meine Freunde und ich zeichneten auf diesem Parkplatz immer wieder Schlangenlinien, als kleine „Challenges“, um mit dem Waveboard durchzufahren. Jedes Mal, wenn es regnete, wurden die Linien wieder weggewaschen, da Kreide nicht lange hält. Deshalb zeichneten wir die Schlangenlinien immer wieder neu. Um die verschiedenen Schwierigkeitsstufen der Schlangenlinien zu markieren, malten wir enge Kurven zum Beispiel mit roter Kreide, gerade Strecken grün und mittelschwere Kurven orange.

Über mehrere Jahre hinweg lief dieses „Spiel“ so weiter, immer im Sommer, vor allem in den Sommerferien.

Als wir eines Tages wieder zeichneten, hatten wir Zuschauer, die unser Spiel fotografierten. Wir dachten uns nichts weiter dabei und malten weiter. Die nächsten paar Tage konnten wir weiterhin ungestört Waveboard fahren. Doch eine Woche nachdem die Fotos gemacht wurden, war der gesamte Parkplatz abgesperrt. Wir wunderten uns, was da vor sich ging. Es war schliesslich unser Spielplatz. Als wir näherkamen, sahen wir, dass ein Künstler unser „Spiel“ übernommen hatte und in Gross zeichnete. Nach einigen Wochen war das Kunstwerk mit dem Namen „We are not one way to Mars people“ fertig. Das Tolle am Kunstwerk war, dass wir nun wetterfeste Linien hatten.

Nun stehe ich 20 Jahre später hier – und merke: Ich werde diese Zeit nie mehr vergessen.

Noemi Blattner