Haus – Roberto Leone

„Das Haus“. So banal dieser Titel für ein Werk auch klingen mag, umso mehr regt er auch an, nachzudenken. Ein Kunstwerk umgeben von noch grösseren Industriegebäuden. Dabei wirkt das Werk eigentlich wie ein normales Bürogebäude, einfach in Miniaturgrösse. Umgeben von einer kleinen Brache bietet es jedoch noch einen kleinen Kontrast. Industrie trifft auf Natur. Vielleicht eine Anspielung auf unseren ökologischen Fussabdruck? Man weiss es nicht. Was jedoch sicher ist, dass es in uns Assoziationen an vergangene Zeiten hervorruft. Die Architektur des Hauses erinnert uns doch sehr stark an die alten Fabrikgebäude, die noch vor ein paar Jahrzenten an der Stelle neuer Bürogebäude standen. Die Hoffnungen der alten Fabrikarbeiter auf soziale Mobilität haben sich mittlerweile erfüllt. So wurde innerhalb weniger Jahrzenten aus dem Fabrikgebiet ein durchaus vermögender Stadtteil und lässt uns somit nur noch in Erinnerungen schwelgen. Erinnerungen an noch unberührte Natur. Ein Beispiel in meiner Wohnsiedlung steht exemplarisch für diesen Wandel. Wo noch vor zwei Jahren der prägende Bach unseres Dorfes war, stehen nun Hochhäuser, die von niemandem erwünscht sind. Er musste Platz machen, um die stetig wachsende Population mit Wohnhäusern zu versorgen. So bleiben mir und den ganzen Dorfbewohnern nur noch die Erinnerung an Natur pur. So muss man sich doch fragen: Lohnt sich der ganze Wandel mit dem einhergehenden Wohlstand trotz der vielen Kosten, die wir tragen müssen? Das muss jeder für sich selbst abwägen.

Roberto Leone